Donnerstag, Dezember 06, 2007

Personal(bewußtseins)management: Fremdbestimmte Selbstbestimmung - eine mögliche Entwicklung?

"Tobias ist Geschäftsmann, Chef einer amerikanischen Energiefirma. Er kann seine Mitarbeiter so geschickt motivieren, dass sie meinen, sie würden ihren eigenen persönlichen Zielen nachgehen und sie verwirklichen." (Peters, Lutz: Klima 2055. Fakten - Illusionen - Visionen. München 2007, S. 27).
Sollte die Entwicklung so verlaufen (die aktuellen Methoden des Personalmanagements gehen in diese Richtung), hieße das:
Autonomie als Schein wird Mittel zur besseren Ausnutzung, die als Entfaltung interpretiert wird. Selbstbestimmung ist ein Synonym für geschickte Fremdbestimmung. Die Benutzten fühlen sich als Nutzer; sie können damit effizienter benutzt werden. Zusätzliche Motivation wird erzielt durch die Vorspiegelung von "Freiheit", das Gewähren größerer Freiräume durch die Hinausschiebung von Begrenzungen - die Grenzen bleiben aber bestehen. Die Verhältnisse bleiben undurchschaut. Das Personal "emanzipiert" sich von den bisherigen Zwägen, indem es auf neue hereinfällt, sich etwas vormachen lässt und selbst etwas vormacht. Das Bewußtsein beharrt im Status der Nicht-Sebstaufklärung. Die nicht als solche verstandene Benutzbarkeit bleibt in wirkungsvollerer Form bestehen.

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