Montag, November 02, 2009

FDP: Freiheit und eigener Weg der Schüler (Sylvia Canel)

Frau Canel nennt es Freiheit, wenn - solange nicht "finnische" Verhältnisse institutionalisiert sind - Schüler entsprechend ihrer Kraft ihren "eigenen Weg gehen dürfen" (Sylvia Canel in: "Die Zeit", 29.9.2009, S. 17). Worin besteht die Freiheit des eigenen Wegs? Darin, nicht sechs Jahre gemeinsam lernen zu müssen - als Ergebnis von "Zwangspolitik"? In der Orientierung an der unterschiedlichen "Kraft"?
Der "eigene Weg" ist in beiden Fällen kein eigener, sondern vorgegeben. Das "Freiheits"-Argument wird hier affirmativ zurechtgestutzt verwendet.
Der verharmlosende, undifferenzierte, zur Erfassung des Sachverhalts theoretisch unbrauchbare Begriff "Kraft" wirkt verdeckend.
Die Verlängerungsregelung ist ideologisch, der für die Wahrnehmung von Partikularinteressen stehende Bezug auf "Freiheit", "Nachfrageorientierung", "Kraft" und "eigenen Weg" nicht?

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Sonntag, August 02, 2009

Andrea Nahles: Bildungspolitik als Unterabteilung der Arbeitsmarktpoltik?

"Bildung und Arbeit sind für mich zwei Seiten ein und derselben Medaille." ("Andrea Nahles im Team Steinmeier", 30.7.2009).
Was heißt das? Bildung als Element "vorsorgender Arbeitsmarktpolitik"? Für Andrea Nahles scheint Bildungspolitik hauptsächlich eine Unterabteilung der Arbeitsmarktpolitik zu sein - darunter sind neben Bildung als Jobvorsorge auch andere Bezugspunkte wie Integration und soziale Gerechtigkeit subsummierbar.

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Montag, Juni 29, 2009

Schweißerin Annette Schavan für mehr Forschung für den Markt

"Es hat sich bewährt, exzellente Forscherinnen und Forscher von Beginn an mit betriebswirtschaftlichen Experten zusammenzuschweißen, um gute Ideen schneller auf den Markt zu bringen." (Annette Schavan, zitiert nach BMBF-Pressemitteilung 162/2009, 26.6.2009).
Diese Schweißtechnik wird sicher dazu führen, dass endlich das "Forschen mit Unternehmergeist" (a.a.O.) auch in den neuen Ländern besser flutscht. Noch effizienter wäre es, den betriebswirtschaftlichen Experten direkt in den Forscher einzuschweißen. Grundlage dafür ist,"Forscherinnen und Forscher früh zu motivieren, ihre Ergebnisse auf konkrete Produkte oder Dienstleistungen hin zu untersuchen" (a.a.O.). Bei etwas extendierter und ökonomisch angereicherter Motivation könnte man sich dann die zweite Phase mit dem "virtuellen Innovationslabor" (InnoLab) sparen. Wenn das zu lange dauert, könnte man einstweilen den Forschern zumindest einen Kompass mit Marktorientierung und eine Schere in den Kopf schweißen - natürlich ohne Verletzung ihrer Freiheit und der Prinzipien der Grundlagenforschung, aber als für jeden doch wohl ohne weiteres einsehbaren und rasch und undifferenziert Zustimmung erheischenden Impuls, "die Trennung zwischen marktgetriebener industrieller Forschung und erkenntnisgetriebener öffentlicher Forschung zu überwinden" (a.a.O.).

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Sonntag, Juni 21, 2009

Durchlässigkeit vs. Allgemeinbildung (Annette Schavan) - Quantität ist nicht das Nonplusultra

"Die allgemeine Hochschulreife ist nicht das Nonplusultra. Es muss heute möglich sein, dass eine Erzieherin auch ohne Abitur Grundschullehrerin werden kann." (Schavan in focus.de, 20.6.2009).
Durchlässigkeit ist wünschenswert und soll ermöglicht werden, sie soll aber nicht auf Kosten der allgemeinen Bildung gehen im Sinne einer Erkaufung von Durchlässigkeit durch die Reduzierung von Bildung auf Qualifikation - was gegenwärtig im tertiären Bildungsbereich Tendenz ist.
Die Idee, dass jemand Kompetenzen erwerben soll, die über den unmittelbaren Berufsbezug hinausgehen und einen umfassenderen Blick auf die Welt, Distanz, Reflexion, Kritik und begründete eigene Positionierung ermöglichen, kann Vorteile enthalten für den Handelnden und die von seinen Handlungen Betroffenen - besonders in einem Bereich, in dem es um die Erziehung und Bildung von Menschen geht. Insofern ist die Abfolge von allgemeiner und daraufhin folgender berufsbezogener Bildung der bessere Weg - der in der Bildungspolitik aus äußeren Gründen, nicht aus der Sache immanenten und fachlichen Gründen zunehmend aufgegeben wird. Auch wenn man auf die Berufserfahrung einer Erzieherin, die allgemeinbildenden Anteile im folgenden Studium und den nicht-selektiven Charakter von Wissen hinweisen kann - hier geht es um etwas anderes: Intention ist eine Vergrößerung der Hochschulabsolventen-Zahlen; das sollte aber nicht gegenstandsadäquate Erwägungen ersetzen - eine bloße quantitative Ausdehnung ist zumindest ebenso wenig das Nonplusultra.

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Freitag, Juni 19, 2009

Universität und Schule: Lehrveranstaltungen für Schulklassen an der Uni

Das wird - trotz der begrüßenswerten Intention der Interessenweckung für Wissenschaft und der Förderung - keine gute Vorlesung ( weil auf die Schüler "eingegangen" werden soll - was nicht so einfach ist) und keine gute Unterrichtsstunde ( wofür der Lehrende nicht ausgebildet ist), sondern etwas zwischen Anbiederung (gemäß vager Vorstellungen von "Jugendkultur") und Langeweile (die eher das Gegenteil des intendierten Effekts erreicht).

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Dienstag, Mai 19, 2009

Wettbewerb (Gesine Schwan)

"Überall - bei den Ärzten, in der Wissenschaft - bestimmt der Wettbewerb die geistige Haltung und engt das Gesichtsfeld ein." (Gesine Schwan, zit. n. "Süddeutsche Zeitung", 18.5.2009, S. 3).
Sonst gilt Wettbewerb als leistungssteigernd und effizienzfördernd und die Einstellung darauf als besonders realitätstüchtig - was damit alles abgeschnitten wird, soll als weniger relevant aus dem Blick geraten.

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Donnerstag, Mai 07, 2009

Hochschulpolitik: Globalhaushalt als Einsparmittel

Globalhaushalt: "Bislang haben einem die Finanzminister solche Aussichten ja nicht gerade versüßt, weil sie sie stets mit Kürzungen der Etats verbunden haben." (Bernd Huber, Präsident der LMU München, in "Süddeutsche Zeitung", 6.5.2009, S. 40).

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Dienstag, Mai 05, 2009

Errungenschaften der Hochschulreform: Wettbewerb erhöht die Qualität der Wissenschaft

"Weil der Wettbewerb um freie Stellen, um Forschungsmittel und Exzellenz-Titel immer schärfer wird, steigt außerdem die Gefahr schludriger oder sogar gefälschter Veröffentlichungen. 'Wir haben keine Zeit mehr, durchdachte Aufsätze zu schreiben, wir haben keine Ressourcen und Kriterien mehr, fundierte Gutachten zu verfassen', klagt Hartmut Rosa, Soziologie-Professor an der Universität Jena." (Tanjev Schultz: Fälschen oder Forschen. Im Kampf ums Geld greifen Wissenschaftler zum Betrug. In: "Süddeutsche Zeitung", 4.5.2009, S. 1).
Das kommt ja völlig überraschend. Das konnte man vorher - auch wenn es Hinweise auf mögliche Entwicklungen in diese Richtung gab - ja überhaupt nicht wissen.
Oder man kann das so interpretieren: Das sind vereinzelte Ausreißer. Insgesamt hat die Hochschulreform aber schon ..
Oder: Für große Ziele muss man auch etwas in Kauf nehmen.

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Sonntag, März 01, 2009

Studium: Zeit zum Nachdenken und Wettbewerbseffekte (Gesine Schwan)

"Die verkürzten Studienzeiten verhindern alles Nachdenkliche. Nachdenken erfordert Zeit und eine gewisse Ruhe." (Gesine Schwan in UniSpiegel 1/2009, S. 18).
Mit ihrer Humboldt-Paraphrase hat sie recht; wenn man Leute will, die sich Gedanken machen, muss man ihnen Zeit und andere entprechende Umstände dafür geben. Ein Studium müsste und sollte nicht bestimmt sein durch Zeitdruck, Abfragewissen, Prüfungen, Nebentätigkeiten.
Auch der Verweis auf dysfunktionale Auswirkungen von Wettbewerb ist zutreffend: "Und wir sollten aufhören, nur in Kategorien von Wettbewerb und Konkurrenz zu denken. Wir brauchen keine Bestenauslese, die 90 Prozent der Absolventen zu Verlierern abstempelt. Das macht Angst. Und wer Angst hat, lernt gar nichts." (a.a.O.).
Die Differenzierung zwischen Wettbewerb und Konkurrenz bleibt allerdings kryptisch.

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Freitag, Januar 30, 2009

Berufliche Bildung und Hochschule: Studium für beruflich Qualifizierte

Man kann Ausbildungsgänge öffnen (unter Verzicht auf Vorbedingungen), verschiebt aber dadurch Anforderungen und Leistungserbringung nach oben. Für das, was vorher nicht gelernt wurde, müssen dann auf folgender Ebene Kompensationsleistungen erbracht werden; d.h., die Hochschulen müssten zusätzliche kompensatorische Kurse einrichten.
Wissen ist nicht dafür da, um geheim gehalten oder als Selektionsmittel benutzt zu werden, der Zweck von Bildungsinstitutionen besteht nicht in Abhaltung und Ausschluss, ausbaufähige Kenntnisse verschiedener Art können auch in beruflicher Ausbildung und Tätigkeit erworben werden, trotzdem braucht universitäre Bildung einige spezifische Voraussetzungen - und die Politik sollte es sich allerdings nicht zu leicht machen und diesen Weg unter Ignorierung der Notwendigkeit dieser Voraussetzungen dazu benutzen, um sich die so erzielte Erhöhung der Hochschulabsolventenquoten positiv anrechnen zu lassen.

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Mittwoch, September 24, 2008

Weiterbildung als Uni-Geschäft (Stifterverband für die deutsche Wissenschaft)

"Die Hochschulen kümmern sich nach Ansicht des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft zu wenig um Studienangebote in der Weiterbildung. Sie vernachlässigten damit ein wichtiges Geschäftsfeld." (SZ 22.9.2008, S. 16).
Was macht man dagegen?
"Die Wissenschaftsminister wollen einen Wettbewerb starten, der die Entwicklung berufs- und ausbildungsbegleitender Studiengänge fördert." (a.a.O.)
Äußerst originell: Geschäft und Wettbewerb - die omnipräsenten Verbesserungsinstrumente.
Wenn Weiter"bildung" als Geschäft betrieben wird, wird sie verändert; sie wird adäquat geformt.
Wenn man Weiterbildung in Orientierung am Geschäft organisiert, bekommt man Geschäftsprodukte - und verliert damit einiges.

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Mittwoch, September 17, 2008

Bildung als "bürgerliches Gerechtigkeitsthema" (Röttgen)

"Die Union müsse das Thema als 'bürgerliches Gerechtigkeitsthema' entwickeln und besetzen. Und das auch deshalb, weil es sich dabei um ein 'natürliches Thema der CDU' mit den Facetten Aufstiegschancen, Vielfalt und Wahlfreiheit handle.' (Röttgen nach SZ, 16.9.2008, S. 6).
Wenn man Bildung so auf das Vorgegebene eingrenzt und auf systemkompatible Modifikationen von Chancen, Vielfalt und Freiheit bezieht, funktioniert sie affirmativ; dann hat man nichts davon zu befürchten und kann evtl. damit Wahlen gewinnen - was den Zielen der "Entwicklung" und "Besetzung" des Themas entspricht.

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Samstag, August 02, 2008

Leopoldina: "Nunquam otiosus"

Ein Motto, das sich zur Vereinnahmung in den gegenwärtigen Wissenschaftsbetrieb eignet.
Keine gute Maxime für Wissenschaftler - otium ist eine Voraussetzung für Kreativität und Reflexion - , allerdings durchaus für die aktuelle Konkurrenzbetriebsamkeit; so wird denn der Präsident der Akademie folgerichtig auch als "Handlungsreisender der Wissenschaft" bezeichnet (SZ, 14.7.2008, S.2).
Damit ist eine solide Grundlage für Polypragmasie der "Nummer eins in der Politikberatung" (Schavan, a.a.O.) gelegt.

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Sonntag, Juli 06, 2008

Integration von bildpolkrit in socanalytica

bildpolkrit: Kritik der Bildungspolitik und Umstellung des Bildungswesens, www.blogigo.de/soclyt, wird integriert in socanalytica.blogspot.com.
Die Bezeichnung "bildpolkrit" wird weitergeführt (Label: bildpolkrit).

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Dienstag, Dezember 04, 2007

Globalisierung und Bildung: Bildung als "entscheidende Ressource" (FDP: Westerwelle)

"Der Globalisierung wohnt ein zutiefst demokratischer Gedanke inne (...) der neue, internationale Wettbewerb kennt nur eine wirklich entscheidende Ressource: Bildung (...) Kreativität und Erfindungsreichtum sind prinzipiell überall erreichbar." (Westerwelle, Guido: Unsere Interessen inder Welt. Wie Deutschlands Außenpolitik die Globalisierung nutzen kann. In: Liberal, Dezember 2007, S. 18).
Prinzipiell (auf welcher Ebene?) - faktisch nicht; dafür ist eine Reihe von Voraussetzungen nötig, die viele Länder nicht aufweisen. Und da werden sie weiterhin wie bisher auf vielen anderen Gebieten auch auf dem der Bildung überflügelt werden. Das Nichtvorhandensein einiger principia (Grundlagen) schränkt die Prinzipialität beträchtlich ein.
Dass Bildung Faktoren wie "Gold, Eisen oder Kohle", "Flotte oder Panzerarmee" (Westerwelle, a.a.O.) deklassiert, ist bloße Behauptung.
Der Bildung werden einerseits erwünschte systemkonforme Funktionen zugeordnet ("Bildung mündet in Produkte. Bildung schafft Märkte") - sie wird damit also funktional eingesetzt-, andererseits solche, die nicht allein durch Bildung erreichbar sind ("Bildung ermöglicht Wohlstand. Bildung bekämpft den Klimawandel. Bildung findet neue Energiequellen". Westerwelle, a.a.O.).
Weltpolitik als - zumindest nicht unwesentlich auch - Bildungswettbewerb?

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Dienstag, April 24, 2007

Wettbewerbsgenerierte wissenschaftliche Projekte

"(...) das Einwerben von Drittmitteln entwickelt sich zum Selbstzweck. Manche Ideen werden nur geboren, weil man Geld beantragen muss." (Richard Münch in SZ, 23.4.2007, S. 16).
Zwar widerspricht dem DFG-Präsident Kleiner - "Die DFG fördert keine schlechten Projekte. Und sollte es den Fall geben, dass sich jemand mühsam etwas ausdenkt, nur um seine jungen Leute zu beschäftigen, wird ein solcher Antrag mit Sicherheit wegen mangelnder Qualität abgelehnt" (a.a.O.) - , aber Wettbewerb hat zurechtschneidende Effekte auf Inhalte und Formen wissenschaftlicher Tätigkeit - nicht immer nur sinnvolle.

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Freitag, März 23, 2007

Gremientaktik - Von Rücksichten überbordende Durchsetzung

Vorfühlen, taktieren, modifizieren, anknüpfen, zu bedenken geben, nur einmal vorschlagen wollen, im eigenen Interesse weiterführen, für einen selbst vorteilhafte Kompromisse finden, Raum geben (und den Raum ausnutzen), etwas als sich abzuzeichnen Scheinendes deklarieren, Mischungen produzieren, geschickt operieren, Zähigkeit, windstille Phasen überwinden, von den eigenen Interessen weglaufende Bewegungen auffangen und reintegrieren, geheuchelte, vorgespielte Rücksichtnahme.
Am Schluss setzt sich der Platzhirsch durch.
Nach der Veranstaltung fragt er dann auf dem Gang: "Ich habe doch nicht zu sehr ...?"

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Dienstag, März 13, 2007

Hochschulen: Exzellenzinitiative - Installierung von Konkurrenz

"Mit der Exzellenzinitiative ist ein Wettbewerb ins Leben gerufen worden. Die Konkurrenz tut den Hochschulen gut." (Sabine Behrenbeck, Wissenschaftsrat, in uni 7/2006, S. 4).
Ziele sind dabei Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland und Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie bewusste Unterstützung eines "Konzentrationsprozesses" in der deutschen Universitätslandschaft (a.a.O.).
Das ist zwar nicht neu, aber eine klare Aussage zur Einführung eines Wettbewerbssystems, also ein Beispiel für bewusste Installierung von Konkurrenz als Instrument.
In anderen ähnlich organisierten Bereichen ist die Sprachregelung: Es besteht nun einmal ein Wettbewerbssystem, deshalb muss man "realistischerweise" entsprechend handeln - gemäß den Regeln eines selbstinduzierten Zwanggsystems also.

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Donnerstag, Februar 15, 2007

"Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit" durch Bildung

beinhaltet:
Anerkennung eines Konkurrenzsystems
Positiven Bezug darauf
Funktionalisierung von Bildung als Mittel zur Durchsetzung
Inhaltliche Gestaltung von Bildung für diesen Zweck
Stärkere Anwendungsorientierung
Effizienteren Umgang mit Bildung
Verstärkung des internationalen Konkurrenzzwangs
Höherbewertung der Fächer, die dafür direkt verwendbar sind
(und Abwertung der anderen)
Ausrichtung der Mitgleder des Systems auf Konkurrenz
Belohnung der erfolgreich Konkurrierenden
"Leistungsbezogene" Finanzmittelverteilung
Drängen auf "Innovationsfähigkeit"
Zwang zur Herstellung von "Visibilität"
Erreichung von "Ausgründungen"
Erhöhung der Zahl der Patente als Bestandteil des Leistungsnachweises
Konzentration auf wettbewerbskonforme "Stärken", Wegfallenlassen des anderen
Höheren Publikationszwang (führt zu entsprechenden inhaltlichen Zurechtschneidungen).

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Freitag, Februar 17, 2006

"Alterndes" Humankapital und Qualifizierung/Weiterbildung - nichts als Ärger

Nichts als Ärger mit dem Humankapital.
Erst ist es unzureichend qualifiziert.
Dann wird es nicht oder zu langsam umqualifiziert.
Um die sich bekanntlich ständig wandelnden Anforderungen wird sich von sich aus zu wenig gekümmert; antizipiert werden sie überhaupt nicht oder falsch.
Dauernd ist extrinsische Motivation oder Druck nötig.
Keine oder kaum eigene Trendanalysen, Potentialentwicklung, Proaktivität,Visionsfindung, Self Assessment, Work-Life-Balance, Selfcoaching, Steigerung der natürlichen Energie, Changemanagement, Zukunftskonferenzen, Real-Time-Strategic-Change-Konferenz, "Buddha in der Wirtschaft"-Exercising, "Limits exist only in your mind"-Orientierung - nichts, nichts, nichts.
Anschließend "altert" es auch noch - wie soll man da vernünftig Gewinn machen können.

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